Bauherrschaft: Schloss Ippenburg | Baujahr: 2015 | Fotografien: Marion Nickig
Der Mundraubgarten auf Schloss Ippenburg
Auf Schloss Ippenburg in Niedersachsen, einem über Jahrzehnte gewachsenen Gartenparadies der «grünen Baronin» Viktoria von dem Bussche, entstand mit Nicole Fischer und dem Schweizer Obstzüchter Lubera ein neuer Gartenraum: der Mundraubgarten. Hier ist alles essbar und das Pflücken von Früchten ist ausdrücklich erwünscht.
Der Garten von Schloss Ippenburg hat sich über Jahrzehnte entwickelt. Auf rund 60’000 m² wachsen tausende Rosen, Stauden und Gehölze. In diesem Umfeld entsteht ein neuer Gartenraum. Er nimmt den alten Begriff «Mundraub» auf, das spontane Pflücken reifer Früchte. Alles darin ist essbar oder schön anzusehen. Der Garten richtet sich an alle Sinne.
Eine Gartenmauer aus dem 15. Jahrhundert schützte einst die Gemüsegärten. Entlang dieser Mauer entsteht ein neuer Raum. Er fügt sich in die historische Struktur des Küchengartens ein und führt sie zeitgenössisch weiter. Genuss, Wissen und Gestaltung finden hier zusammen, ohne den Ort zu überformen. Die Harmonie entsteht aus dem bewussten Kontrast zwischen Historie und Gegenwart.
Entlang der alten Sandsteinmauer entstanden 17 kleine «Paradiese», quadratische Beete von 2,5 x 2,5 Metern, die zum Entdecken und Pflücken einladen. Im Zentrum steht das Spalierobst, das mit Lubera in einem reichen Obstsortiment inszeniert und mit Stauden und Gräsern kombiniert wurde.
Geschnittene Ilexhecken, präzise Wege und klassische Pergolen führen die historischen Linien des bestehenden Küchengartens weiter; Kletterpflanzen umspielen die Pergolen und beschatten ruhige Sitzplätze. Im vorderen Bereich laden niedrige Step-over-Spaliere, rund 50 Zentimeter hohe Obstspaliere, Kinder wie Erwachsene zum Pflücken ein. So entstand ein Garten, in dem Anspruch und Sinnlichkeit zusammenfinden.
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