Bauherrschaft: Schloss Ippenburg | Grösse: 17 Beete von je 2,5 x 2,5 Metern
Der Mundraubgarten auf Schloss Ippenburg
Auf Schloss Ippenburg in Niedersachsen, einem über Jahrzehnte gewachsenen Gartenparadies der «grünen Baronin» Viktoria von dem Bussche, entstand mit Nicole Fischer und dem Schweizer Obstzüchter Lubera ein neuer Gartenraum: der Mundraubgarten. Hier ist alles essbar und das Pflücken von Früchten ist ausdrücklich erwünscht.
Aufgabe
Schloss Ippenburg ist ein über Jahrzehnte gewachsenes, rund 60’000 m² grosses Gartenparadies mit tausenden Rosen, Stauden und Gehölzen. In diesem Umfeld sollte ein neuer Gartenraum entstehen, der den alten Begriff «Mundraub» aufnimmt, das spontane Pflücken reifer Früchte. Gewünscht war ein Garten, in dem alles essbar oder schön anzusehen ist und mit allen Sinnen genossen werden darf.
Herausforderung
Der neue Raum sollte sich in die historische Struktur des Küchengartens einfügen und sie zugleich zeitgenössisch weiterführen. Entlang der Gartenmauer aus dem 15. Jahrhundert, die einst die Gemüsegärten schützte, galt es, Genuss, Wissen und Gestaltung zu verbinden, ohne den Ort zu überformen. Harmonie sollte durch bewusste Kontraste zwischen Historie und Gegenwart entstehen.
Ergebnis
Entlang der alten Sandsteinmauer entstanden 17 kleine «Paradiese», quadratische Beete von 2,5 x 2,5 Metern, die zum Entdecken und Pflücken einladen. Im Zentrum steht das Spalierobst, das mit Lubera in einem reichen Obstsortiment inszeniert und mit Stauden und Gräsern kombiniert wurde.
Geschnittene Ilexhecken, präzise Wege und klassische Pergolen führen die historischen Linien des Küchengartens weiter; Kletterpflanzen umspielen die Pergolen und beschatten ruhige Sitzplätze. Im vorderen Bereich laden niedrige Step-over-Spaliere, rund 50 Zentimeter hohe Obstgerüste, Kinder wie Erwachsene zum Pflücken ein. So entstand ein Garten, in dem Anspruch und Sinnlichkeit zusammenfinden.
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