The Extending Space – Showgarten an der Chelsea Flower Show 2014
An der RHS Chelsea Flower Show 2014 in London zeigte Daniel Auderset mit Nicole Fischer den Showgarten «The Extending Space». Die internationale Jury zeichnete ihn mit einer Silver Gilt Medal aus, der zweithöchsten Auszeichnung der Schau. Im Zentrum stand die Frage, wie sich auf engem Raum Weite erfahrbar machen lässt. Vorbild war der Pfynwald im Wallis.
Aufgabe
Ein Schaugarten an der Chelsea Flower Show steht nur wenige Tage und auf eng begrenzter Fläche. Die Aufgabe war, in diesem Rahmen eine Landschaft nicht nur abzubilden, sondern spürbar zu machen und Enge in Weite zu übersetzen. Bezugspunkt war der Pfynwald im Wallis, eine der trockensten Landschaften der Schweiz, die der Klimawandel sichtbar verändert.
Herausforderung
Vor einer internationalen Jury und auf wenigen Quadratmetern musste der Garten zugleich Geborgenheit und Weite vermitteln. Klare Sichtachsen, transparente Strukturen und weiche Übergänge zwischen Belägen und Gehölzen führten den Blick nach aussen, ohne ihn zu zwingen. So wirkte der Raum grösser, als er war.
Ergebnis
Im Garten wurden nur wenige, dafür hochwertige Materialien verwendet. Beläge aus San Bernardino Stein, Holz und patinierte Kupferpaneele griffen ineinander und die Übergänge blieben weich. Die Farbpalette wurde absichtlich zurückhaltend, in Grün-, Grau- und Silbertönen gehalten.
Eine naturalistische, zeitgenössische Bepflanzung griff die Vegetation des Pfynwalds auf, im Wechselspiel aus lichten und dichten Bereichen. Eine Pergola aus Föhrenholz aus dem Emmental rahmte den Raum asymmetrisch und setzte Spannungspunkte.
Ein wilder Bach schlängelte sich um Felsformationen, ein Abbild der Rhone, und mündete in ein ruhiges Wasserbecken ein Abbild des Genfersees. Die Wasserfläche spiegelte den Himmel, gezielte Durchblicke öffneten den Raum in die Weite. Kupferpaneele zeigten den morgendlichen Nebel im Pfynwald.
Besucher beschrieben den Garten als ruhig und zugleich lebendig. Die internationale Jury zeichnete ihn mit einer Silver Gilt Medal aus.
Stimme zum Projekt
«An der Chelsea Flower Show sind Perfektion und Stimmigkeit das wichtigste Ziel. Hier sind Raum, Pflanzen, Licht und Material zu einem grossen Ganzen zusammengekommen, das Menschen bewegt hat. Diesen Anspruch trage ich in jedes Projekt – Perfektion und Stimmigkeit ist das Ziel. Wenn Raum, Pflanzung, Licht, Material und Botschaft zusammenstimmen, entsteht etwas, das Menschen bewegt. Diesen Anspruch trage ich in jedes Projekt, nur die Zeitskala ändert sich, von drei Wochen in Chelsea zu mehreren Generationen im Garten.»
Daniel Auderset
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