Glossar: Fachbegriffe der Gartengestaltung und Landschaftsarchitektur

Das Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe der Gartengestaltung und Landschaftsarchitektur kurz und verständlich. Es richtet sich an alle, die ihren Garten besser verstehen möchten, und macht die verschiedensten Fachbegriffe greifbar. Die Begriffe sind nach Themen geordnet und jeder Eintrag steht für sich, sodass Sie ihn einzeln nachschlagen können.

Gestaltung, Raum und Ort

Die Disziplin, die Aussenräume ganzheitlich plant und gestaltet, vom Garten über den Park bis zur Landschaft. Sie verbindet Gestaltung, Ökologie, Technik und Nutzung. Anders als beim ausführenden Unternehmen steht die konzeptionelle Planung im Vordergrund: Der Landschaftsarchitekt liest den Ort, entwickelt aus einer Idee ein Konzept und begleitet die Umsetzung über alle Phasen.

Der gestalterische Entwurf eines Gartens als zusammenhängendes Ganzes, von der Raumaufteilung über die Wegeführung bis zur Bepflanzung. Gute Gartengestaltung denkt nicht in Einzelobjekten, sondern in Beziehungen: zwischen Haus und Garten, Licht und Schatten, Struktur und Fülle. Ziel ist ein Aussenraum, der über die Jahreszeiten stimmig bleibt.
Der bewusst gestaltete Raum rund um ein Gebäude, verstanden als Fortsetzung des Wohnens ins Freie. Der Begriff betont, dass ein Garten nicht nur Fläche ist, sondern Räume bildet: mit Wänden aus Hecken, Decken aus Baumkronen und Böden aus Belägen und Pflanzen.
Die Geländeform eines Grundstücks mit seinen Höhen, Senken, Hängen und Ebenen. Die Topografie ist eine der wichtigsten Vorgaben für die Gestaltung, denn sie bestimmt Sichtbezüge, Entwässerung und die Lage der Räume. Eine gute Planung arbeitet mit dem vorhandenen Gelände, statt es einzuebnen.
Lateinisch für den Geist des Ortes. Gemeint ist die gewachsene Eigenart eines Grundstücks: seine Topografie, sein Licht, seine Ausblicke und seine Geschichte. Eine gute Gestaltung arbeitet mit dem Genius Loci, statt ihn zu überformen, und macht das Eigene eines Ortes sichtbar und erlebbar.
Ein ursprünglich ostasiatisches Gestaltungsprinzip, bei dem die Umgebung in die Komposition des Gartens einbezogen wird. Ein entfernter Berg, eine Baumgruppe oder die Topografie werden gezielt ins Bild gerückt und wirken wie ein Teil des Gartens. So erscheint der Raum grösser und tiefer mit der Landschaft verbunden, als es die Grundstücksgrenze vermuten lässt.
Eine bewusst gestaltete Blickrichtung, die das Auge durch den Garten führt, etwa zu einem Baum, einem Wasserbecken oder einem Ausblick in die Landschaft. Sichtachsen schaffen Ordnung und Tiefe und verbinden einzelne Gartenräume miteinander. Sie können streng symmetrisch oder beiläufig gesetzt sein.
In der Schweiz die übliche Bezeichnung für die befestigte Aufenthaltsfläche im Garten, anderswo Terrasse genannt. Der Sitzplatz ist der Übergang zwischen Haus und Garten und oft der meistgenutzte Ort im Aussenraum. Lage, Ausrichtung und Material entscheiden darüber, wie und wie lange er sich nutzen lässt.
Schweizer Begriff für das Grundstück rund um ein Gebäude, also den gesamten umgebenden Aussenraum einer Liegenschaft. Der Umschwung umfasst Garten, Zufahrten und Nebenflächen und prägt den ersten Eindruck eines Anwesens. Seine Gestaltung trägt wesentlich zu Wert und Wohnqualität bei.

Struktur und Gehölze

Das tragende Gerüst eines Gartens, das unabhängig von der Jahreszeit Bestand hat. Sie entsteht aus Gehölzen, Hecken, Mauern und Wegen und gibt dem Garten Halt und Ordnung. Eine klare Grundstruktur trägt den Garten auch im Winter, wenn Stauden und Gräser zurückgezogen sind.
Eigenschaft von Pflanzen, die ihr Laub ganzjährig behalten, etwa Eibe, Buchs oder Stechpalme. Immergrüne Gehölze sind das Rückgrat vieler Gärten, weil sie auch in der laublosen Jahreszeit Struktur und Ruhe geben. Sie bilden oft den Rahmen, vor dem sich die wechselnde Bepflanzung entfaltet.
Das regelmässige Schneiden von Gehölzen in klare geometrische oder organische Formen wie Kugeln, Kegel oder Hecken. Formschnitt verleiht einem Garten Architektur und Disziplin und setzt ruhige Fixpunkte. Besonders geeignet sind kleinblättrige, schnittverträgliche Arten wie Eibe oder Liguster, die über Jahre zu dichten Körpern heranwachsen.
Eine einzeln gestellte Pflanze, meist ein Baum oder grosser Strauch, die durch Form, Grösse oder Charakter für sich wirkt. Ein Solitär ist ein gestalterischer Höhepunkt und braucht Raum, um zur Geltung zu kommen. Oft markiert er einen wichtigen Punkt im Garten oder das Ende einer Sichtachse.
Ein Baum, dessen Krone erst in einer Höhe von etwa zwei Metern ansetzt, sodass der Stamm frei bleibt. Hochstämme schaffen begehbaren Raum unter der Krone und eignen sich als Schattenspender oder für Alleen. Der freie Stamm gibt Sichtbezüge frei und wirkt aufgeräumt.
Ein junger, mehrtriebiger oder von unten verzweigter Laubbaum ohne ausgeprägte Krone. Heister werden häufig in Gruppen gepflanzt, um rasch einen natürlichen, hainartigen Charakter zu erzielen. Sie wachsen gut ein und entwickeln über die Jahre ihre individuelle Gestalt.
Ein Baum, dessen Krone in eine flache, oft horizontale Fläche gezogen und regelmässig geschnitten wird. Spalier- und Dachbäume spenden Schatten auf kleinem Raum, bilden grüne Dächer über Sitzplätzen und setzen eine strenge, architektonische Geste. Häufig verwendet werden Platane, Linde oder Hainbuche.
Eine lineare Pflanzung aus Gehölzen, die Räume gliedert, Sicht- und Windschutz gibt und Lebensraum bietet. Geschnittene Hecken wirken architektonisch und ruhig, oder frei wachsend und blütenreich. In beiden Formen sind sie ein zentrales Strukturelement und können den Garten in Zimmer unterteilen.
Eine beidseitige, regelmässige Baumreihe entlang eines Weges oder einer Zufahrt. Alleen schaffen Rhythmus, Tiefe und einen feierlichen Auftakt und führen den Blick auf ein Ziel zu. Sie brauchen Raum und eine langfristige Perspektive, weil ihre Wirkung erst mit den Jahren voll entsteht.

Bepflanzung und Pflanzkonzept

Eine krautige, mehrjährige Pflanze, die im Winter oberirdisch zurückzieht und im Frühjahr neu austreibt. Stauden tragen Blüte, Farbe und Bewegung in den Garten und lassen sich zu langlebigen Gemeinschaften kombinieren. Anders als einjährige Pflanzen kehren sie über viele Jahre zuverlässig wieder.
Grasartige Pflanzen, die nicht des Rasens, sondern ihrer Wirkung wegen gepflanzt werden. Sie bringen Leichtigkeit, Bewegung und Struktur und fangen das Licht ein. In naturalistischen Pflanzungen sind Gräser ein Leitmotiv, weil sie die einzelnen Blüten verbinden und bis in den Winter attraktiv bleiben.
Ein Pflanzstil, der wilde Pflanzengemeinschaften wie Wiesen oder Steppen zum Vorbild nimmt. Stauden und Gräser werden in lockeren Drifts kombiniert und vor allem nach Struktur und Lebenszyklus ausgewählt, nicht nur nach Blütenfarbe. Geprägt durch das New-Perennial-Movement um Piet Oudolf, wirkt der Stil über alle Jahreszeiten, bis in die Samenstände des Winters.
Eine Form der naturalistischen Bepflanzung nach dem Vorbild nordamerikanischer Prärien, mit sonnenliebenden Stauden und hohen Gräsern. Sie ist auf offene, sonnige Lagen ausgelegt, kommt mit wenig Pflege aus und entfaltet ihre Wirkung in grossen, fliessenden Flächen. Ihr Höhepunkt liegt im Spätsommer.
Ein gemischtes Beet, das Stauden, Gräser, Zwiebelpflanzen und oft kleine Gehölze kombiniert, um über die ganze Saison Wirkung zu erzielen. Der aus der englischen Gartentradition stammende Mixed Border lebt vom Zusammenspiel der Pflanzen und von einer durchdachten Staffelung nach Höhe, Form und Blütezeit.
Eine Ordnung, nach der Pflanzungen aufgebaut werden. Leitpflanzen geben mit Höhe und Charakter den Ton an, Begleitpflanzen vermitteln und verbinden, Füllpflanzen schliessen den Boden und tragen kurzzeitige Höhepunkte. Dieses Zusammenspiel verleiht einer Bepflanzung Struktur, Rhythmus und Tiefe.
Niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die den Boden dicht überziehen. Bodendecker unterdrücken unerwünschten Aufwuchs, schützen vor Austrocknung und Erosion und schliessen Lücken in der Pflanzung. Richtig gewählt, ersetzen sie pflegeintensive Flächen und verbinden die grösseren Pflanzen zu einem Ganzen.
Eine artenreiche Wiese aus Gräsern und Wildblumen, die nur ein- bis zweimal jährlich gemäht wird. Die Blumenwiese ist ein Sinnbild des naturnahen Gartens, fördert Insekten und Biodiversität und verändert ihr Bild über die Saison. Sie braucht magere Böden und etwas Geduld, bis sie sich einspielt.
Die massstäbliche zeichnerische Festlegung, welche Pflanzen in welcher Menge und Anordnung gesetzt werden. Der Bepflanzungsplan übersetzt die gestalterische Idee in eine umsetzbare Grundlage und berücksichtigt Standort, Wuchshöhe, Blütezeit und spätere Entwicklung. Er ist die Brücke zwischen Entwurf und gepflanztem Garten.
Ein Garten auf durchlässigem, kiesigem Untergrund, der nach dem Vorbild von Beth Chatto ohne künstliche Bewässerung auskommt. Bepflanzt wird er mit trockenheitsverträglichen Arten aus Lebensräumen wie dem Mittelmeerraum oder der Steppe. Eine Kiesauflage schützt den Boden, mindert die Verdunstung und gibt dem Garten sein ruhiges Bild.

Ökologie und Klima

Die Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten sowie an Lebensräumen in einem Garten. Eine hohe Biodiversität macht den Garten lebendiger und widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Wetterextreme. Gefördert wird sie durch standortgerechte, abwechslungsreiche Bepflanzung und naturnahe Elemente wie Trockenmauern, Wasserstellen oder blütenreiche Säume.
Ein Garten, der natürliche Lebensräume zum Vorbild nimmt und einheimischen Pflanzen und Tieren Raum gibt. Er verzichtet weitgehend auf chemische Hilfsmittel, setzt auf standortgerechte Arten und lässt der Natur bewusst Spielraum. Gestaltung und Ökologie schliessen sich dabei nicht aus, sondern ergänzen einander.
Die Fähigkeit eines Gartens, mit veränderten klimatischen Bedingungen wie längeren Trockenphasen, Hitze oder Starkregen zurechtzukommen. Erreicht wird sie durch eine robuste Grundstruktur, standortgerechte und trockenheitstolerante Pflanzen sowie einen sorgsamen Umgang mit Wasser und Boden. Ein klimaresilienter Garten ist darauf angelegt, über Jahrzehnte Bestand zu haben.
Die Eigenschaft von Pflanzen, längere Trockenphasen ohne zusätzliche Bewässerung zu überstehen. Solche Arten stammen oft aus dem Mittelmeerraum, der Steppe oder dem Gebirge und verfügen über tiefe Wurzeln, kleine oder behaarte Blätter oder Wasserspeicher. Sie sind ein Schlüssel für pflegeleichte und klimaangepasste Gärten.
Das Prinzip, Pflanzen nach den vorhandenen Bedingungen von Boden, Licht und Feuchtigkeit auszuwählen, statt den Standort an die Pflanze anzupassen. Wer die richtige Pflanze an den richtigen Ort setzt, erhält gesunde, langlebige Bestände mit wenig Pflege. Es ist eine der wirksamsten Regeln der Gartengestaltung.
Eine schützende Auflage auf dem Boden, etwa aus Rindenschnitzeln, Kies oder organischem Material. Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt unerwünschten Aufwuchs und schützt das Bodenleben vor Hitze und Austrocknung. Organischer Mulch verbessert mit der Zeit zudem die Bodenstruktur.
Das Material, in dem Pflanzen wurzeln, also der aufbereitete Boden mit seinen Anteilen an Sand, Ton, Humus und Nährstoffen. Das richtige Substrat entscheidet über Drainage, Wasserspeicherung und Wachstum. Bei Dachgärten oder Pflanzgefässen wird es gezielt zusammengestellt.
Die Ableitung von überschüssigem Wasser aus dem Boden, damit keine Staunässe entsteht. Eine gute Drainage ist die Voraussetzung dafür, dass viele Pflanzen, besonders trockenheitsliebende, gesund bleiben. Sichergestellt wird sie über durchlässige Böden, ausreichendes Gefälle oder eingebaute Schichten.
Die natürliche Abfolge, in der sich Pflanzengemeinschaften über die Zeit verändern, wenn etwa Pionierarten von dauerhaften Arten abgelöst werden. Wer die Sukzession mitdenkt, plant einen Garten nicht als festen Zustand, sondern als Prozess und lässt zu, dass sich die Bepflanzung über die Jahre entwickelt.

Material und Bauelemente

Eine ohne Mörtel aus geschichteten Steinen errichtete Mauer. Trockenmauern stützen Hänge, gliedern den Raum und sind zugleich wertvolle Lebensräume für Eidechsen, Insekten und Polsterpflanzen. Ihr Bau ist ein Handwerk und verbindet gestalterische Wirkung mit ökologischem Nutzen.
Ein offenes, meist begrüntes Gerüst aus Stützen und Querbalken, das Schatten spendet und Räume im Garten fasst. Eine Pergola verbindet Haus und Garten, trägt Kletterpflanzen wie Glyzinie oder Weinreben und schafft einen geschützten Ort zum Verweilen.
Ein gefasstes, meist ruhiges Wasserelement, das Licht und Himmel spiegelt. Ein Wasserbecken bringt Ruhe, Klang und Tiefe in einen Aussenraum und zieht Vögel und Insekten an. Als gestalterischer Fixpunkt markiert es oft das Ende einer Sichtachse oder den Mittelpunkt eines Gartenraums.
Die befestigte Oberfläche von Wegen, Plätzen und Sitzplätzen, etwa aus Naturstein, Platten, Kies oder Holz. Material, Farbe und Verlegeart prägen die Wirkung des Gartens stark und sollten zu Haus und Umgebung passen. Wichtig sind zudem Begehbarkeit, Rutschfestigkeit und Langlebigkeit.

Planung, Bau und Pflege

Die übergeordnete gestalterische Idee eines Gartens, die alle Einzelentscheidungen zusammenhält. Das Gartenkonzept legt fest, welche Räume entstehen, wie sie zusammenwirken und welche Haltung den Garten prägt. Es ist die Grundlage, auf der Pläne, Bepflanzung und Bau aufbauen.
Die fachliche Begleitung und Kontrolle der Arbeiten während der Umsetzung eines Gartens. Die Bauleitung sorgt dafür, dass der Entwurf gestalterisch und technisch korrekt gebaut wird, koordiniert die Beteiligten und wahrt die Qualität bis ins Detail. Sie ist die Brücke zwischen Plan und fertigem Garten.
Ein auf den einzelnen Garten zugeschnittener Plan, der festlegt, welche Pflege wann und durch wen erfolgt. Ein gutes Pflegekonzept erhält die gestalterische Idee über die Jahre, begleitet das Einwachsen der Bepflanzung und sorgt dafür, dass ein Garten mit der Zeit besser statt schlechter wird.
Ein regelmässiger fachlicher Rundgang durch den Garten, bei dem Zustand, Entwicklung und Pflegebedarf beurteilt werden. Der Gartencheck hilft, Probleme früh zu erkennen, die Pflanzung gezielt weiterzuentwickeln und den Garten langfristig auf Kurs zu halten.

Häufige Fragen zur Gartenplanung

Antworten auf häufige Fragen zur Gartenplanung und Landschaftsarchitektur: Ablauf, Kosten, Pflege, Klimaresilienz und Handschrift von Daniel Auderset.

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